Erbe und Vermittlung

Auftaktveranstaltung der „Initiative zur Stärkung der Vermittlungsarbeit in Museen“ im Bode-Museum © Staatliche Museen zu Berlin / Valerie Schmidt, 2016
Auftaktveranstaltung der „Initiative zur Stärkung der Vermittlungsarbeit in Museen“ im Bode-Museum © Staatliche Museen zu Berlin / Valerie Schmidt, 2016

lab.Bode

Initiative zur Stärkung der Vermittlungsarbeit in Museen

Die Kulturstiftung des Bundes und die Staatlichen Museen zu Berlin starten gemeinsam das lab.Bode – Initiative zur Stärkung der Vermittlungsarbeit in Museen. Mit einem Vermittlungslabor am Bode-Museum in Berlin und einem bundesweit wirksamen Volontärsprogramm an 21 weiteren Einrichtungen soll gezeigt werden, was Vermittlungsarbeit an Museen auszeichnet und was sie bewirken kann. Die zweiteilige Initiative soll Veränderungsprozesse in den Museen selbst anstoßen, die geeignet sind, insbesondere junge Menschen anzusprechen.

Vermittlungslabor Bode-Museum

Zunächst wird im Bode-Museum der Staatlichen Museen zu Berlin modellhaft ein Vermittlungslabor eingerichtet, das über mehrere Jahre mit neun ausgewählten Berliner Schulen zusammenarbeiten wird. Das Bode-Museum ist aufgrund seiner kunsthistorisch außerordentlich bedeutsamen Sammlung ein international renommierter Ort, der einem jüngeren Publikum allerdings wenig vertraut und sehr voraussetzungsvoll scheint. In Anbetracht dessen sollen Aufgaben der Vermittlung im Bode-Museum künftig in alle Arbeitsabläufe wirksam integriert werden – von der Pforte über die Kurator/innen bis zum Direktorium. Die Erfahrungen und Ergebnisse aus diesem bis 2020 laufenden Modellprojekt am Bode-Museum sollen in Gestalt von Prototypen übertragbar aufbereitet werden und später allen Museen und Vermittler/innen in Deutschland zur Verfügung stehen. Bis Juni 2016 konnten sich Schulen bewerben, um zu festen Partnerschulen das Labors zu werden.

Partnerschulen

  • Athene Grundschule (Steglitz-Zehlendorf)
  • Grunewald – Grundschule (Charlottenburg-Wilmersdorf)
  • Herder-Gymnasium (Charlottenburg-Wilmersdorf)
  • Thomas-Mann-Gymnasium (Reinickendorf)
  • Barnim-Gymnasium (Lichtenberg)
  • Sophie-Brahe-Schule (Gemeinschaftsschule, Treptow-Köpenick)
  • Traven Gemeinschaftsschule (Spandau)
  • Schule am Rathaus (Integrierte Sekundarschule, Lichtenberg)
  • Gustav-Langenscheidt-Schule (Integrierte Sekundarschule, Tempelhof-Schöneberg)

Wissenschaftliche Volontariate im Bereich Vermittlung

Als zweites Modul der Initiative fördert die Kulturstiftung des Bundes 21 wissenschaftliche Volontariate im Bereich Vermittlung. Die Volontäre arbeiten an der Entwicklung der Prototypen im Labor mit und können einzelne Formate im Rahmen eines Projekts in ihre Museen übertragen, wofür lab.Bode ein eigenes Produktionsbudget stellt. Für die Volontär/innen wird zudem ein umfassendes Weiterbildungsprogramm entwickelt. Im Zusammenwirken beider Module sollte sich modellhaft eine zukunftsfähige Vermittlungsarbeit in Museen abzeichnen.

Für das Volontärsprogramm konnten sich bis Ende September 2017 Museen mit Sammlungsschwerpunkt Kunst deutschlandweit bewerben, die der Vermittlungsarbeit in ihrem Haus langfristig einen höheren Stellenwert einräumen wollen und eine Stelle für ein wissenschaftliches Volontariat im Bereich Vermittlung einrichten. Elf Museen wurden bereits in der ersten Förderrunde ausgewählt. Über die Auswahl der Museen entscheidet eine unabhängige Fachjury.

Jury


Dr. Gabriele Uelsberg, Direktorin des LVR – LandesMuseum Bonn

Dr. Hermann Arnhold, Direktor des LWL-Museum für Kunst und Kultur

Claudia Ehgartner, Leiterin Kunstvermittlung, mumok Museum moderner Kunst, Stiftung Ludwig Wien

Museen

In der ersten Förderrunde empfahl die Jury elf Museen:

  • Lindenau-Museum Altenburg
  • Lenbachhaus München
  • Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern
  • Museum Abteiberg Mönchengladbach
  • Staatliche Kunstsammlungen Dresden
  • Ulmer Museum
  • Kunsthalle Bremen
  • Kunstmuseum Stuttgart
  • Museum für Gegenwartskunst Siegen
  • Neues Museum – Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg
  • Kunsthalle Mannheim

Begleitveranstaltungen

Ziel der Initiative ist es zudem, den fachlichen Austausch über aktuelle, auch internationale neue Ansätze, Theorien und Perspektiven der Vermittlungsarbeit an Museen zu befördern. Museumsdirektor/innen, Vermittler/innen sowie Schulvertreter/innen, Künstler/innen und Studierende sind daher zu öffentlichen Veranstaltungen und Weiterbildungen im Vermittlungslabor eingeladen. Das Diskursprogramm startete im Mai 2017 mit dem Set #1: Räume, im November 2017 wird es mit dem Set #2: Partizipation fortgesetzt.

 

Die Initiative wird in Kooperation mit den Staatlichen Museen zu Berlin durchgeführt. Kooperationspartner des bundesweiten Volontärsprogramms sind der Deutsche Museumsbund e.V. und die Bundesakademie für Kulturelle Bildung in Wolfenbüttel. 

Die Kulturstiftung des Bundes fördert lab.Bode in den Jahren 2016 bis 2020 mit insgesamt 5,6 Mio. Euro.

Termine
15.11.2017 Bode-Museum, Berlin Für wen und mit wem? Revisiting Collections. Museumspraxis mit Fokusgruppen im Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Gespräch und Diskussion
13.12.2017 Bode-Museum, Berlin Open Access - Open End. Partizipative Ausstellungskonzepte im Kunstmuseum - Gespräch und Diskussion
26.01.2018 Bode-Museum, Berlin "Wieso ist hier alles so groß?" Fragen von Schüler/innen als Grundlage für Kunstvermittlung und Unterricht - Workshop
07.02.2018 Bode-Museum, Berlin Whose museums anyways? Working with Youth, Artistst and Activists to radicalize museum setting - Vortrag und Diskussion